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This documentary by Marianne Schaefer Trench shows the determined fight of parents for the supposed best education for their offspring. Naturally they all want only the best for their children – but achieve all too often the exact opposite.

37°: Rebellion im Kinderzimmer

4.09.2013

Andreas Schöttl (teleschau - der mediendienst)

Sie sind gerade an den Wochenenden zu sehen. Es reicht ein Besuch des nächsten Fußballplatzes. Kleine Stöpsel ab vier Jahren klopfen gegen den Ball. Mit Spaß am Spiel sollen sie das Kicken lernen. Freude am Sport aber haben nicht alle. Sie wird ihnen verdorben - von den eigenen Eltern. Überehrgeizig sehen einige ihren Nachwuchs bereits in der Bundesliga spielen. Oder wollen ihn dorthin treiben. Mit allen Mitteln. Der Film "Rebellion im Kinderzimmer" von Marianne Schäfer-Trench aus der ZDF-Reihe "37 Grad" zeigt den verbissenen Kampf einiger Erwachsener um die vermeintlich beste Erziehung. Natürlich wollen alle für ihre Kinder immer nur das Beste. Aber manche erreichen oft nur das Gegenteil.

Die alleinerziehende Mutter Petra sollte es doch eigentlich wissen. Sie ist Kinderpsychologin. Aber bei ihrem eigenen Nachwuchs funktioniert die Erziehung nicht immer professionell. Petra sieht in ihren beiden Jungs Luca (10) und Louis (5) echte Sportsraketen. Beide jagen im Schwimmverein bereits durchs Becken. Der Größere spielt auch noch Tennis und Fußball im Verein, und er spielt Basketball in der Schule.

Petra findet den Einsatz ihres Kindes super. Oder ist es doch nur ihr eigener? Immer wieder treibt sie Luca an. Und Louis. Und die kleine zweijährige Tochter. Auch sie ist bereits im Schwimmkurs. Petra nennt das Motivation, gerne auch mit lauter Stimme. Luca dagegen kennt eigene Wünsche. So gerne würde er einfach nur mal abhängen. Er stellt die Frage danach höchstens im leisen Flüsterton.

Im Film von Marianne Schäfer-Trench kommen Luca und Louis zu Wort. Ihr Wunsch, doch einfach nur spielen zu wollen, steht den ehrgeizigen Plänen von Mutter Petra entgegen. Ihre Motivation wird somit auch zu einem Machtspiel.

Diskussionen über Zuviel oder Zuwenig sind so nur logisch. Wie auch in der Familie von Markus und Nadine. Vor allem Vater Markus treibt seine vier Töchter Marie (12), Sophie (10), Alessa (7) und Amy (2)vimmer wieder an. In der Schule erwartet er Einser. Marie ist so weit, dass sie dagegen rebelliert. Sie sagt: "Ich will nicht die Streberin der Klasse sein." Marie weiß, dass Strebern oft etwas sehr Wichtiges fehlt: Freunde!