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Two families spend two weeks under surveillance by a camera team, revealing how education is really nothing but parental egotism - and how mothers and fathers become problem parents.

„37 Grad: Rebellion im Kinderzimmer" Tanz ums Goldene Kind

4.16.2013
von FOCUS-Redakteur Josef Seitz

Zwei Wochen Familien unter Kamera-Aufsicht: Da entlarvt sich Erziehung als Egoismus und werden Mütter und Väter zu Problem-Eltern.

Mann, sind Eltern peinlich! Da kommt die Alte ins Zimmer, winselt herum, nur weil die Jungs ihr Wochenende routinemäßig totschlagen mit i-Daddeln. Dabei ist das iPhone doch „mein Teil"! Mann, ist das i-gitt und i-gitt.

Pfeffer im Kaffee, Kakao im Ei

Gönnen wir uns einen kurzen Moment der Anerkennung. Mal ehrlich: Welche Eltern würden sich zwei Wochen lang bei der Erziehung ihrer Kinder von einer Kamera beobachten lassen? Das kann ja nur peinlich werden. Schluss mit Anerkennung: Es wird mehr als peinlich. Es ist schwer zu ertragen. Lebensklug wirken zwischendurch nur die Kinder, und das immer dann, wenn sie sich gegen den Perfektionismus ihrer Problem-Eltern auflehnen. Da kichern sie unbeschwert über den Pfeffer, den sie den Erziehungsberechtigten in den Kaffee streuen. Und kichern über das Kakaopulver, das sie ihnen übers Spiegelei rieseln lassen. Sie haben Spaß am Sand, mit dem sie die Perfektion stören.

Zack Zack, sagt der Vater

„Rebellion im Kinderzimmer" heißt die ZDF-Dokumentation. Sie zeigt, wie Mutter Nadine und Vater Markus nur das Beste wollen für ihre vier Töchter Marie (12), Sophie (10), Alessa (7) und Amy (2). Die Mutter gibt zu: „Man ist schon mal fies." Und der Vater will zwischen ziemlich viel „Zack Zack" der Tochter den Computer entziehen. Wegen einer 3 in Englisch. „Du hättest es nur auswendig lernen müssen", tobt er. Den schüchternen Einwand der Tochter hört er schon gar nicht mehr: „Aber es war doch die zweitbeste Arbeit…"