Who really likes getting older? But it is an undisputed fact that round-numbered birthdays throw people into a particularly deep existential crisis.

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37 Grad: Mein schrecklicher runder Geburtstag

37 Grad Mein Schrecklicher Runder Geburtstag ZDF 22.08. 2006 22:15 Uhr

Wer wird schon gerne alt? Aber dass ausgerechnet der runde Geburtstag Jubilare stets in tiefste Sinnkrisen stürzt, ist ein unstrittiges Phänomen. Diesem hat sich Marianne Schaefer-Trench in der "37°"-Reportage "Mein schrecklich runder Geburtstag" angenommen. Drei sehr unterschiedliche "Geburtstagskinder" sehen ihrem Ehrentag mit gemischten Gefühlen entgegen.

Silke ist eine der Frauen, denen Männer auf der Straße gerne Mal einen Blick nachwerfen. An Wochenenden feuert sie mit Pom Poms und in knappem Röckchen die gestählten Jungs der Football-Mannschaft Frankfurt Galaxy an. Die Blondine hat einen durchtrainierten Körper. Kein Wunder als Cheerleaderin. Doch mit dem ungewöhnlichen Hobby ist wohl bald Schluss. Silke zählt mit ihren knapp 30 Jahren schon zu den Omas unter den Mädchen. Petra dagegen sucht nach wie vor das Rampenlicht. Das ehemalige Go-Go-Girl der Beach Boys genießt als Moderatorin verschiedener Events gerne die Aufmerksamkeit. Weniger glücklich hat es der arbeitslose Harald getroffen. Er zählt zu den "schwer vermittelbaren" Fällen, wohl auch aufgrund seines Alters.

Alle drei stehen kurz vor einem runden Geburtstag. Sei es nun der 30., der 50. oder vielleicht der 60., unwohl fühlen sich alle dabei. "Das Alter an sich spielt eigentlich keine Rolle. Eher ist es die Tatsache, dass man schon wieder zehn Jahre auf dem Buckel hat. Die scheint für alle gleich schlimm zu sein", sagt Marianne Schaefer-Trench. Sie nimmt den "Runden" als Sinnbild für die Angst vor dem Altern. "Ein sehr abstraktes Thema. Vermutlich hat es deshalb bisher kaum einer verfilmt."

Ungewöhnlich lange habe das Casting gedauert. Der Umgang mit den Protagonisten sei auch nicht immer leicht gewesen. Das Alter ist nun einmal für viele ein heikles Thema. Für Petra zum Beispiel. "Sie hat ihres um keinen Preis verraten", erinnert sich die Macherin. Oder Harald, der ewige Pessimist, der ihr bei den Dreharbeiten "schon mal auf den Wecker gegangen sei mit seiner miesepetrigen Art", gesteht die Regisseurin.

Durch den Film hat Marianne Schaefer-Trench aber auch ihre eigene Einstellung zum Thema geändert. Früher habe sie sich übers Älterwerden keinerlei Sorgen gemacht. "Jetzt bin ich aber eben auch in einem Alter, in dem man gerne sagen würde: Stopp! Aber was soll's. Ich bin gerade 50 geworden, und dazu sollte ich auch stehen - auch wenn's schwer fällt", scherzt sie. Nina Hortig