Cindy Jackson visits her plastic surgeon the way other people visit their hair stylist. “I wanted to be Barbie. I wanted that soft feminine look,” reports the American woman. “Now I am Barbie and I am as plastic as she is.”

Hamburger Abendblatt

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09. 07. 2002

Schönheitswahn

Reportage: Ich bin die Barbie

22.45 Uhr ZDF Cindy Jackson geht zum Schönheitschirurgen wie andere Leute zum Friseur. 100 000 Euro hat die 49-Jährige aus dem US-Bundesstaat Ohio bislang dafür ausgegeben, sich mit dem Skalpell in eine menschliche Barbie-Puppe verwandeln zu lassen - ihre unzähligen Operationen brachten ihr sogar einen Vermerk im Guinness-Buch der Rekorde ein. Marianne Schaefer-Trench porträtiert die Amerikanerin und andere Frauen, die einen ähnlichen Weg gegangen sind, in ihrer "37°-Reportage "Ich bin die Barbie". Cindy Jackson hat sich unter anderem an den Lippen, der Haut und dem Busen operieren lassen. Nach all den Eingriffen sei sie mittlerweile glücklich und zufrieden, behauptet sie. "Ich wollte Barbie sein. Ich wollte diesen weichen, femininen Look", berichtet die Amerikanerin: "Jetzt bin ich Barbie, und ich bin genauso aus Plastik wie sie. Es ist wunderbar." Die Tochter einer armen Bauernfamilie fühlte sich als Jugendliche stets plump, hässlich und ungeliebt. Anders als ihre Freundinnen durfte Cindy nie Cheerleader werden, und die Jungs an ihrer Schule ließen sie abblitzen. Als sie später unerwartet eine stattliche Erbschaft machte, wanderte sie nach England aus und begann ihre Odyssee durch die Operationssäle der Schönheitschirurgen. Der Film porträtiert u. a. auch eine junge Deutsche, die sich von künstlicher Schönheit ein besseres Leben erhofft. Im Anschluss diskutiert Michael Steinbrecher in "37 plus: Bin ich schön?" mit Gästen über Schönheitsoperationen. Um dasselbe Thema geht es heute ab 20.45 Uhr auch in dem Arte-Themenabend "Schnitte zur Schönheit".ski